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Die Creditreform Kundenrisikoanalyse
Die Creditreform Kundenrisikoanalyse
Eine moderne Unternehmensführung muss dafür Sorge tragen, dass Risiken aus der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern
des Unternehmens wie Kunden, Lieferanten, Subunternehmern oder Geschäftspartnern regelmäßig überwacht werden, um
Schäden zu vermeiden. Hierzu werden zukünftig Instrumente benötigt, die die Informationen der Einzelauskünfte
zusammenführen und im Risikomanagement schnelle Entscheidungen ermöglichen. Mit der Kundenrisikoanalyse von
Creditreform wird für diese Managementaufgabe ein Baustein geboten, der dem Portfolio-Gedanken gerecht wird. Die
regelmäßig steigende Zahl an Insolvenzen hat bei den betroffenen Unternehmen oft zu Problemen geführt und sich als
Abschreibung auf den Forderungsbestand oder in Form von nicht erwarteten hohen Kosten dargestellt. Die Verschlechterung
des Zahlungsverhaltens ist zudem ein erstes Warnsignal für die drohenden Ausfälle und verursacht aufgrund der höheren
Außenstandsdauer einen Anstieg der Kapitalbindung und entsprechende Belastungen der eigenen Liquidität und Kreditlinie.
Die Bedeutung des Themas zeigt sich an unterschiedlichen Stellen im Unternehmen: beim Management der Außenstände, am
eigenen Rating und Finanzierungspotenzial sowie im Vertrieb und Kundenmanagement.
Forderungsbestand und Ausfallrisiko
Der durchschnittliche Forderungsbestand, gemessen an der Bilanzsumme und damit dem gesamten Kapital des
Unternehmens, beträgt oft über 30 %. Wird die regelmäßige und nachhaltige Überwachung der Bonität der Kunden
vernachlässigt, können Forderungsausfälle und Finanzierungskosten unmittelbar das Ergebnis belasten.
Kreditwürdigkeit und Rating
Die Qualität der Kundenforderungen spielt für die Kreditwürdigkeit und die Finanzierung des eigenen Unternehmens
eine wichtige Rolle, was von Unternehmern oft verkannt wird. Moderne Ratingverfahren der Banken enthalten qualitative
Faktoren, die explizit das Kundenmanagement eines Unternehmens hinterfragen. Die Bank prüft genau, welche
Vermögensgegenstände sie mit der Kontokorrentlinie finanziert. Transparenz über Risiken im Kundenbestand und der
Einsatz von Instrumenten zur Risikoanalyse wirken sich positiv auf das eigene Rating aus.
Marketingstrategie
Die Übersicht im Kundenportfolio stellt eine Basis für die Entwicklung von Marktstrategien und die gezielte
Ansprache von Kunden dar. Sie hilft, Vertriebskapazitäten zielgerichtet einzusetzen und liefert Gründe, gefährdete
Kundengruppen mit dem Ziel anzusprechen, ggf. Konditionen neu zu verhandeln. Gleiches gilt für den Bereich der
Lieferanten und Nach- bzw. Subunternehmer. Insolvenzen z.B. von Partnern bei Bauprojekten führen abgesehen von den
direkten Ausfallkosten auch zu Kosten, die aufgrund der geforderten kurzfristigen Einbindung neuer Partner
entstehen.
Aufbau der Kundenrisikoanalyse
Creditreform bietet mit dem Bonitätsindex und den Inhalten der Wirtschaftsdatenbank eine ideale Basis für die
Erstellung von Kundenrisikoanalysen. Viele Projektbeispiele bei kleineren mittelständischen Unternehmen mit weniger als
50 aktiven Kunden sowie bei größeren Handels- oder Finanzdienstleistungsunternehmen mit mehreren tausend aktiven Kunden
belegen die Relevanz.
Projektablauf
Im ersten Schritt liefert das Unternehmen die Namen und Adressen seiner Firmenkunden und ergänzt Angaben zum
Geschäftszweck. Creditreform identifiziert die Adressen, gleicht sie mit der Creditreform Wirtschaftsdatenbank ab und
bestimmt die Bonität der Geschäftspartner des Auftraggebers mithilfe des Creditreform Bonitätsindex. Das Beispiel der
Abbildung 1 verdeutlicht dies auf Basis von acht Bonitätsklassen. Der Creditreform Bonitätsindex im Bereich zwischen
100 und 499 Bonitätsindexpunkten wurde für die Kundenrisikoanalyse in acht Klassen eingeteilt, wobei statistische
Analysen eine ausgewogene Verteilung der Grundgesamtheit von Unternehmen in Deutschland begründet haben. Die genaue
Einteilung ist in Abbildung 2 angegeben. Insofern fließen in die Kundenrisikoanalyse nur Daten von "nicht
negativen" wirtschaftsaktiven Geschäftspartnern ein. Negativ meint hier grobe Zahlungsausfälle und vorliegende
Inkassofälle oder eingeleitete Insolvenzverfahren - Bonitätsindex 500 und 600. Die Zahl der Kunden je Bonitätsklasse
sowie der Umsatz werden absolut und in Prozent je Bonitätsklasse ausgewiesen. Im Beispiel sind sieben Kunden in der
Bonitätsklasse 3 (17,5 % der Kunden), es werden aber 21,8 % der Umsätze mit diesen Kunden erwirtschaftet (siehe
Abbildung 2). Es zeigt sich, dass mit bonitätsstarken Kunden relativ mehr Umsatz je Kunde gemacht wird, als mit den
bonitätsschwächeren Kunden. Dies ist ein erstes wichtiges Teilergebnis der Kundenrisikoanalyse.

(Abbildung 1: Kundenrisikoanalyse)
Die Risikoanalyse wird als Ergebnis in Abbildung 2 präsentiert. Die in Abbildung 1 beurteilten einzelnen Kunden
werden zu Risikoklassen auf der Basis des Creditreform Bonitätsindexes zusammengefasst und Werten eines
Vergleichsportfolios (Unternehmen in Deutschland) gegenübergestellt.

(Abbildung 2 “Kundenrisikoanalyse mit
Ausfallwahrscheinlichkeiten nach Bonitätsklassen”)
In den ersten vier Spalten wird das "Gesamtportfolio Deutschland" auf Basis der acht Risikoklassen mit
Ausfallwahrscheinlichkeit gezeigt. Unternehmen mit einem Bonitätsindex der Klasse 3 weisen hier einen Wert in Höhe von
1,1 % auf, was bedeutet, dass von 100 Kunden innerhalb eines Jahres wahrscheinlich mindestens einer (1,1%) ausfällt
oder grobe Zahlungsdefizite aufweist. Im Durchschnitt über alle Unternehmen in Deutschland liegt die
Ausfallwahrscheinlichkeit bei einem Wert von 2,50 %. Die Werte beziehen sich auf einen Prognosezeitraum von einem Jahr.
Die Vergleichswerte basieren auf Analysen der Creditreform Wirtschaftsdatenbank mit fast 3,0 Mio. aktiven Firmen, wobei
die Ergebnisse dieser Rechnung mit den Ausfallwahrscheinlichkeiten bankinterner Ratingsysteme und denen externer
Ratingagenturen kompatibel sind. Typisch ist der deutliche Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeiten in den schlechten
Rating- bzw. Bonitätsindexklassen. Mit einem Bonitätsindex schlechter 300 Punkten steigt die Ausfallwahrscheinlichkeit
auf über 9,9 % und bis zu 20,9 %. Die Risikoanalyse wird als Ergebnis in Abbildung 2 präsentiert. Die in Abbildung 1
beurteilten einzelnen Kunden Praktische Tests mit Kundendaten haben gezeigt, dass die dargestellten Werte je
Bonitätsklasse insgesamt über die Zeit relativ stabil sind und insofern davon ausgegangen werden kann, dass auch in
Zukunft mit einer durchschnittlichen Ausfallrate von 2,50 % zu rechnen ist. In der Bonitätsklasse 3 werden zukünftig
ca. 1,1 % der Unternehmen ausfallen. Eine Grundbedingung dieser Analyse ist, dass die Ausfallwahrscheinlichkeiten im
Zeitverlauf weitgehend konstant bleiben. Konjunkturelle Änderungen führen lediglich zu leichten Verschiebungen. Das
Kundenportfolio in dem dargestellten Beispiel zeigt, dass sich die Mehrzahl der Fälle in der Bonitätsklasse 4 befindet.
Diese hat einer Ausfallwahrscheinlichkeit in Höhe von 1,5 %. Die durchschnittliche Bonität der Kunden ist schlechter
als die des Vergleichsportfolios; das spiegelt sich in der Ausfallwahrscheinlichkeit aller Kunden im Durchschnitt von
3,03 % wider. Die letzten drei Spalten projizieren die Ausfallraten auf die angegebenen Umsätze mit Kunden. Die
Ausfallwahrscheinlichkeit multipliziert mit dem Umsatzvolumen ergibt den kalkulatorischen Ausfall in Euro je
Bonitätsklasse. Da im Beispiel mit den bonitätsstarken Kundengruppen mehr Umsatz generiert wird als mit den
bonitätsschwachen, ist die mit Umsatzbeträgen gewichtete durchschnittliche Ausfallrate mit 2,03 % geringer als der
entsprechende Wert für die Kunden in Höhe von 3,03 %. Der Wert von 2,03 % ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen
kalkulatorischem Ausfall des Kundenportfolios in Bezug auf den Gesamtbetrag der Umsätze in Höhe von 435.000 Euro. In
der schlechtesten Bonitätsklasse muss mit durchschnittlich 2.518 Euro Verlust gerechnet werden. Dieser Wert basiert auf
den Angaben zu zwei Kunden, bei denen mit deutlichen Zahlungsstörungen zu rechnen sein wird. Für das Management sind
hier die ersten Ansatzpunkte für das Ergreifen von Maßnahmen gegeben.
Statistische Güte
An dieser Stelle sei ergänzt, dass die Bestimmung von erwarteten und kalkulatorischen Ausfällen in Euro in den
einzelnen Klassen grundsätzlich eine ausreichend große Zahl an Kunden voraussetzt. Die statistische Güte wird oft erst
mit insgesamt mehreren hundert Fällen erreicht. Allerdings sind auch in kleineren Portfolios bereits interessante
Trends erkennbar. In Abbildung 3 wird der Anstieg der erwarteten Ausfälle je Bonitätsklasse den relativen
Umsatzanteilen im Portfolio gegenübergestellt.

(Abbildung 3: Volumenausfälle)
Die Kunden, die in die Analyse eingeflossen sind, werden in Abbildung 4 noch einmal einzeln dargestellt und der
Bonitätsklasse entsprechend von links sortiert. Kunden mit einem Bonitätsindex von 100 bis 225 sind blau, Kunden mit
einem Bonitätsindex zwischen 226 bis 275 blau-grau und die übrigen dunkelgrau bis schwarz unterlegt.
Die Balken zeigen jeweils den Anteil der Kunden am Umsatzvolumen. Deutlich wird der gegenläufige Trend: Mit
abnehmender Bonität (steigender Bonitätsklasse) sinken tendenziell die Anteile der Kunden am Gesamtumsatz des
Unternehmens.

(Abbildung 4: Eingabemaske)
Grafische Darstellung
Die grafische Aufbereitung ist nur bis zu 40 Einzelkunden sinnvoll. Bei größeren Zahlen ist die Übersichtlichkeit
nicht mehr gegeben. Für viele Anwendungen der Kundenrisikoanalyse bei kleineren Unternehmen war es vollkommen
ausreichend, die Analyse für die wichtigsten 40 Kunden durchzuführen und sie entsprechend aufzubereiten. In den Fällen
mit z.B. mehreren hundert oder tausend Adressen hat sich eine Aufbereitung nach Kundengruppen (z.B. Produktgruppen,
Regionen oder Branchen) bewährt.
Zusammenfassung
Gerade kleineren Unternehmen wird mit der Kundenrisikoanalyse ein Ansatz geboten, sich in kurzer Zeit einen
Überblick über die wichtigsten Kundenbeziehungen als Teil des Risikomanagements zu verschaffen. Der Vergleich mit einem
Referenzportfolio deutscher Unternehmen hilft, die eigene Position zu beurteilen. Die Ergebnisse werden grafisch
aufbereitet, sodass Problembereiche deutlich werden. Der Risikobericht kann auch als Vorlage für die eigenen
Bankgespräche genutzt werden. Banken prüfen die Qualität der Kundenportfolios und lassen die Ergebnisse mit in die
Bestimmung der Limits einfließen. Mit Transparenz und Übersicht im Kundenportfolio verbessern sich die qualitativen
Ratingfaktoren bei der Bank. Die Kundenrisikoanalyse stellt eine kompakte Portfolioanalyse dar. Sämtliche
Kundenadressen werden auf Basis der Creditreform Firmendatenbank geprüft. Als Erstes werden Unstimmigkeiten in Bezug
auf die Firmierungen und die Adressangaben deutlich. Die Zuordnung von Bonitätsklassen auf der Basis des Creditreform
Bonitätsindex macht Risikoverteilungen im Portfolio transparent. Mit modernen Ansätzen der Bonitätsanalyse werden
Ausfallwahrscheinlichkeiten kalkuliert und die Verlustgefahr bestimmt. Die Kundenrisikoanalyse bietet mit ihrer Form
der Datenaufbereitung die Möglichkeit einer geschlossenen Betrachtung im Risikomanagement - und für Creditreform
Mitglieder die Chance, bisher einzelne Produktgruppen des Leistungsangebots zusammenzuführen. In Verbindung mit der
Aktualisierung von Creditreform Auskunftsdaten ist ein regelmäßiges Monitoring des Kundenportfolios möglich.
Kontakt
Dr. Michael Munsch
Vorstand der Creditreform Rating AG
Telefon: 0 21 31 / 109-626
m.munsch@creditreform-rating.de
Erik Jacob-Bauerschmidt
Geschäftsführer Verein Creditreform Suhl
Telefon: 0 36 81 / 79 92-25
e.jacobbauerschmidt@suhl.creditreform.de
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